Mikroformate aus Sicht des Anwenders (1): Einleitung

Unter Webentwicklern sind Mikroformate seit einigen Monaten stark angesagt. Leider sind Mikroformate derzeit nur für »Eingeweihte« interessant, da sich Ihr Nutzen nicht von selbst erschließt und sie seitens der Browser noch nahezu gar nicht unterstützt werden. Die meisten Artikel zum Thema wenden sich an Webentwickler, nicht an die Nutzer »da draußen«. Dies gilt vor allem für die deutschsprachige Literatur. In dieser Artikelserie lesen Sie allgemein verständlich, was Mikroformate sind, wie Sie sie bemerken und was Sie von Ihnen haben.

Was sind Mikroformate?

Eine Webseite wie diese hier besteht im Allgemeinen aus HTML- oder XHTML; im Folgenden als (X)HTML zusammengefasst. Beides sind so genannte Auszeichnungssprachen und ermöglichen es Webentwicklern, Dokumente mit Überschriften, Text, Tabellen, Auflistungen, Links zu anderen Dokumenten und Webseiten, Grafiken sowie anderen Arten von Auszeichnungen online zu veröffentlichen. Browser interpretieren den Quelltext – im Allgemeinen zusammen mit einigen Informationen zur Formatierung – und zeigen Ihnen als Ergebnis das an, was Sie beispielsweise gerade hier sehen, eine Webseite.

Mit (X)HTML zeichnen Webentwickler semantische Strukturen aus. Das bedeutet, sie versehen Teile eines Textes mit einer bestimmten Bedeutung. Webentwickler können aus den Wörtern »Nutzen von Mikroformaten aus Sicht des Anwenders« eine Hauptüberschrift machen, indem sie folgendes schreiben:

<h1>Nutzen von Mikroformaten aus Sicht des Anwenders</h1>

Wenn Sie einen Blick in den Quelltext dieser Seite werfen (im Firefox über den Menüeintrag »Ansicht > Seitenquelltext anzeigen« erreichbar, im Internet Explorer 7 über »Ansicht > Quelltext«), dann finden Sie diese Auszeichnung wieder und viele, viele andere mehr. Leider ist (X)HTML semantisch unvollständig, das heißt es gibt bei weitem nicht so viele Auszeichnungsmöglichkeiten wie es Bedeutungen gibt. So gibt es keine Auszeichnung für Visitenkarten, für Termine, CD-Sammlungen, Tagebücher oder Buchkritiken, um nur einige zu nennen.

An dieser Stelle kommen Mikroformate ins Spiel. Mikroformate erweitern (X)HTML. Für einige der gerade erwähnten Anwendungsfälle gibt es damit Auszeichnungsmöglichkeiten. Allerdings können Browser damit von Haus aus noch nichts anfangen. Was Sie tun müssen, um von den erweiterten Möglichkeiten zu profitieren, die Mikroformate Ihnen bieten, lesen Sie in den folgenden Artikeln, die ich an dieser Stelle in den nächsten Tagen veröffentlichen werde.

2 Reaktionen zu “Mikroformate aus Sicht des Anwenders (1): Einleitung”

  1. Webstandard-Team

    So lange für Browser noch Erweiterungen von Nöten sind, um diese Daten bspw. in E-Mail Programme oder mobile Endgeräte übertragen zu können, wird sich die Verbreitung außerhalb der “Szene” schwer tun. Schade eigentlich, denn der Mehrwert dieser Art der Auszeichnung von Inhalten ist offensichtlich. Diesen verständlich zu machen sollte eine der Hauptaufgaben sein, dann folgt der Rest von allein.

  2. ran

    Im Zusammenhang mit der semantischen Suche sind Mikroformate sehr interessant. Die Herausforderung ist natürlich sehr hoch angesetzt, da es zum einen um eine (X)HTML-Erweiterung geht, zum anderen aber auch um die Auswertungskriterien der Suchmaschine. Ist eine Weiterentwicklung, die von den beiden Seiten vorangetrieben wird.